13.10.2008 - „Endlich wird die erfolgreiche Arbeit der Aidshilfen in der HIV-Prävention bei schwulen Männern gestärkt und gefördert. Dieser Schritt war überfällig, denn schwule Männer stellen in der Bundesrepublik die Hauptbetroffenengruppe der Immunschwächekrankheit dar. Zudem stieg die Zahl der HIV-Diagnosen in den letzten Jahren kontinuierlich an” erklärt Barbara Höll, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der LINKEN, bezugnehmend auf die Antwort der Bundesregierung zur kleinen Anfrage „Zur Zukunft der HIV-Prävention bei schwulen Männern” und zum Start der HIV-Präventionskampagne „ICH WEISS WAS ICH TU”
Höll weiter: „Ich begrüße ausdrücklich die am 13 Oktober startende Kampagne der Deutschen Aidshilfe „ICH WEISS WAS ICH TU”. Diese Kampagne ist basisorientiert und lebensnah und setzt auf die Akzeptanz schwuler Lebensweisen.
Zum ersten Mal werden auch HIV-Positive Schwule in die Prävention miteinbezogen, um verstärkt die Akzeptanz und die Emanzipation von HIV-Positiven innerhalb der Community zu stärken. Dieser Schritt ist überfällig, denn nur wenn HIV-Positive Männer akzeptiert und angenommen werden, kann auch offen über einen HIV-Status gesprochen werden.
Erfreut nehme ich die Antwort der Bundesregierung auf meine Kleine Anfrage zur Kenntnis, dass die Bundesregierung das Konzept der strukturellen Prävention (hier: Emanzipation und Akzeptanz schwuler Männer als Voraussetzung für eine erfolgreiche HIV-Prävention) unterstützt und befürwortet. Aber dies steht im Widerspruch zu ihrer eigenen Politik. Die völlige rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen wäre umgehend umzusetzen, insbesondere durch das Gleichstellen der Lebenspartnerschaft mit der Ehe. Nur dann wären Schwule, wie auch Lesben, auch rechtlich gleichgestellt und ihre Lebensweisen stärker akzeptiert.
Wer die HIV-Prävention bei schwulen Männern stärken will, muss die Akzeptanz schwuler Lebensweisen fördern. Nur ein selbstbewusst schwuler Mann, der gesellschaftlich akzeptiert wird, kann auch erfolgreich HIV-Prävention umsetzen. Dies ist die Quintessenz nach 25 Jahren Arbeit der Aidshilfen in der Bundesrepublik.
Warum die Bundesregierung allerdings behauptet, es gebe keine wesentliche Veränderung in den Lebensweisen schwuler Männer bleibt mir schleierhaft, denn die Veränderung der Lebenswelten schwuler Männer war einer der Gründe um die HIV-Prävention bei schwulen Männern wieder zu stärken.”
Für den Text der Kleinen Anfrage und der Antwort klickt bitte hier.